„Nur die Hartn kommn in‘ Garten!“

Hola hola,

wir sitzen gerade gemütlich in unserer WG-Küche und sind unendlich froh wieder in Lima zu sein! Denn erst vor einer Woche befanden wir uns im kalten Bolivien, wo einiges schief ging und unsere Nerven mehr als strapaziert wurden.

Es fing damit an, dass wir voller Vorfreude aus dem Flugzeug stiegen und uns die Höhe (La Paz liegt auf stolzen 4.000m) mit solch einer Wucht traf, dass wir nicht mehr normal laufen konnten. Wir schafften es gerade noch uns die Treppen zu unserem Hostel hinaufzuschleppen, bevor wir völlig ausgeknockt in die Betten fielen. Und da blieben wir. Ganze drei Tage lang.

Es fühlte sich so an, als hätten wir Fieber: Das einzige was unser Magen in dieser Zeit zu Gesicht bekam, waren ein paar Snicker’s und Skittle’s aus dem Hostelshop, und schon die fünf Meter zum Bad machten uns total fertig.

Nach diesen schrecklichen Tagen ging es Katja langsam besser, während sich Lena noch dazu erkältete.

 

Nichtsdestotrotz starteten wir wie geplant nach Tupiza, von wo aus wir eine viertägige Tour zur Salzwüste von Uyuni gebucht hatten.

Zusammen mit einem französischen Pärchen, unserem Tour-Guide und Fahrer Felix und unserer Köchin Lidia ging es hinauf bis auf 5.000m. Wir fuhren in unserem Jeep durch spektakulärste Landschaften, sahen Lagunen mit Hunderten von Flamingos, die mit einer sagenhaften Eleganz über die Wasseroberfläche stolzierten, Geysire, kleine Häusergruppen fern ab von jeder Zivilisation, badeten in Thermalquellen und erspähten sogar einen Fuchs und einen Strauß und vieeeeele Lamas!

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„Ciudad de los fantasmas“, eine Stadt, die zum Abbau von Silber von spanischen Eroberern erbaut wurde. Hier wurden die Einwohner wie Sklaven behandelt, bis die Stadt von der Pest heimgesucht wurde und die Eroberer die Stadt verließen; nur vereinzelte Kinder überlebten die Katastrophe und die Stadt erhielt ihren Namen.
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Lamas so weit das Auge reicht 😀

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Beim Baden in den Thermalquellen am Rande einer Lagune
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La laguna colorada, die ihre rote Farbe durch eine besondere Alge erhält. Diese Lagune ist Brutstätte für ca. 20.000 Flamingos.

 

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Lidia beim Zubereiten des Essens. Bitte beachtet die kranke Lena auf dem Rücksitz (wo sie 99% der Tour verbrachte…)
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Felix musste extra noch einmal für das Foto durch den Fluss fahren 😀

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Laguna Verde an der Grenze zu Chile
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Ruhende Geysire
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Mondlandschaft

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Arbol de piedra

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Am vierten Tag schliefen wir in einem Hotel am Rande der Salzwüste, welches vollkommen aus Salz bestand!

Wenig ausgeschlafen, brachen wir am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang auf, um so früh wie möglich die Salzwüste durchqueren zu können.

Die Salzwüste ist mit über 10.000km² die größte der Welt und umfasst insgesamt über 10 Milliarden Tonnen Salz. Da wir genau in der Regenzeit in Bolivien waren, hatte sich eine Wasserschicht auf die Salzplatten gelegt, weshalb sich die Wüste in einen atemberaubenden Spiegel verwandelte! Wir hatten unheimlich großes Glück mit dem Wetter, da sich wunderschöne Wolken im Wasser spiegelten und es sich deshalb anfühlte, als wäre man im Himmel!

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Die beeindruckende Tour endete in dem schrecklichsten Dorf, das wir je gesehen hatten. Deshalb wollten wir so schnell wie möglich nach La Paz zurück, das war jedoch schwieriger als gedacht, da in Bolivien gerade das berühmte Dakar-Rennen stattfand und die Straßen gesperrt wurden. Und so saßen wir statt den üblichen 10 Stunden ganze 20 Stunden in einem Bus, der extrem grausig war: Dadurch, dass mehr Menschen hineingelassen wurden als Sitzplätze zur Verfügung standen, war es richtig stickig und heiß und irgendwann tropfte sogar Regenwasser von der Decke!

Heilfroh lebend in La Paz angekommen, freuten wir uns endlich zurück nach Lima zu fahren, in unsere gemütliche WG im warmen Peru.

Der Flug war schon gebucht und eigentlich konnte nichts mehr schief gehen – dachten wir zumindest. Bis wir vor dem Check-In standen, keine Menschenseele weit und breit zu sehen war und uns schmerzlich bewusst wurde, dass wir die Zeitverschiebung total vergessen hatten.

Völlig aufgeschreckt rannten wir durch die Flughafenhalle in der Hoffnung unseren Flug doch noch retten zu können, riefen zigtausend mal bei verschiedensten Menschen an, die alle so inkompetent waren, doch am Ende mussten wir einsehen, dass der Flug futsch war.

Total deprimiert fuhren wir zu unserem Hostel zurück und checkten dort zum dritten Mal ein und hackten einen Plan aus. Die Mission „Escape from Bolivia“ startete…

Wir beschlossen einen Bus zu buchen, da ein weiterer Flug zu viel für unser Portmonnaie gewesen wäre und waren überglücklich, als wir den perfekten Bus fanden.

Es sollte direkt von La Paz nach Lima gehen, mit drei Mahlzeiten, doch das Pech verfolgte uns auf Schritt und Tritt und es kam mal wieder alles anders…

Nachdem wir mit einem PKW zur Grenze gebracht wurden und zu Fuß über die Brücke nach Peru spaziert waren, bekamen wir einfach ein neues Ticket einer anderes Busgesellschaft in die Hand gedrückt. Das wär an sich kein Problem gewesen, doch genau an diesem Tag beschlossen die Bauern einen mehrtägigen Streik auszurufen und die Straßen mit Steinen zu blockieren. Niemand wusste, wann wir endlich weiterfahren konnten und so warteten wir erneut einen ganzen Tag lang, bis endlich die gute Nachricht kam: Alle einsteigen!

Unsere Freude erhielt aber einen ziemlichen Dämpfer, als wir schließlich vor der Blockade standen, die Frauen mit Steinen errichtet hatten; durch die erste konnten wir noch gegen eine kleine Bezahlung hindurch fahren, doch die nächsten blieben verschlossen, bis wir nach zwei Stunden erneutes Warten eine andere Route wählten.

Am nächsten Morgen waren wir sehr erstaunt über unser ungewöhnliches Frühstück: Als wir die Pappschachtel öffneten, lachte uns statt eines Marmeladenbrotes ein Hühnchen mit Reis entgegen! Total ausgehungert, schlangen wir es hinunter und das war auch gut so, denn wie sich herausstellte, sollte das auch die einzige Mahlzeit bleiben…

Und dann hieß es kurz vor Lima tatsächlich: noch einmal umsteigen!

Mit den Nerven VÖLLIG am Ende, vor Hunger fast beim Abkratzen, küssten wir nach zwei Tagen und einer Nacht (nach 43 Stunden!!) endlich den ersehnten Boden unserer wunderschönen WG.

Eines wussten wir nach dieser Reise: So schnell würden wir Lima nicht mehr freiwillig verlassen!

Schöne Grüße von der sonnigen Hälfte der Erde 😛

Lena und Katja

 

5 Kommentare zu „„Nur die Hartn kommn in‘ Garten!“

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  1. Soooo tolle Fotos! Lasst mich mal Physiklehrer spielen: Da habt ihr euch wohl in der Einheit vertan, 10000m2 ist die Fläche der Wiese, in der ihr heuer Äpfel gepflückt habt😊.
    Hey S4A, wenn ihr da seid: seht ihr die Totalreflexion?

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  2. Haha, wie abenteurlich!! Dr Foebe hots enk jo glei gsog dass es in Bolivien obgeat :).. Obr fein dass es wieder guat in Peru unkemen seids! Miar starten bold zu Snowcamp und nextem Peerswochenende u d wern an enk denken.. Frain ins shun wenn es wieder kemps 🙂

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